Die Jemenitische Initiative für Frieden und Entwicklung ist am Sonntag, 16. August 2026, zu einem virtuellen Gespräch mit dem Botschafter der Europäischen Union im Jemen, S. E. Patrick Simonnet, und Vertretern der EU-Delegation zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen die aktuellen politischen Entwicklungen sowie Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit zur Förderung von Frieden, Stabilität und Entwicklung im Land.
Geleitet wurde die Delegation der Initiative von Generalsekretär Nooh Al-Jaseri. An dem Treffen nahmen außerdem teil: der stellvertretende Generalsekretär Dr. Mousa Qassem, Dr. Adel Al-Shujaa, Leiter der Abteilung für nationale Versöhnung, Dr. Mohammed Al-Maliki, Leiter des Projekts für nationale Versöhnung und Vertrauensbildung, sowie Dr. Mohammed Al-Salahi von der Abteilung für internationale Beziehungen und Partnerschaften. Ebenfalls vertreten waren Ahed Yassin Al-Tamimi, Leiterin der Abteilung für Forschung und Studien, Amal Abdullah, Leiterin der Abteilung für Medien und Kommunikation, Donia Al-Khawlani aus der Abteilung für Projekte und Planung sowie Shatha Muharram aus der Einheit für Koordination und Nachverfolgung.
Im Laufe des Gesprächs tauschten sich beide Seiten über die jüngsten Entwicklungen im politischen Prozess des Jemen aus. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, welchen Beitrag zivilgesellschaftliche Organisationen und jemenitische Initiativen zu den laufenden Friedensbemühungen leisten können. Dabei wurde auch die Notwendigkeit hervorgehoben, Frauen, junge Menschen und Vertreter der Zivilgesellschaft stärker in friedenspolitische Prozesse einzubeziehen.
Nach Auffassung der Initiative kann eine breitere gesellschaftliche Beteiligung dazu beitragen, den Blick über das reine Krisenmanagement hinaus auf die tiefer liegenden Ursachen des Konflikts zu richten. Nur so könnten langfristig tragfähige Voraussetzungen für einen umfassenden und nachhaltigen Frieden geschaffen werden.
Die Initiative stellte den Vertretern der Europäischen Union zudem ihren Arbeitsansatz vor. Dieser beruht auf der Überzeugung, dass Frieden, wirtschaftliche Entwicklung, gesellschaftliche Stabilität und der Aufbau leistungsfähiger Institutionen eng miteinander verbunden sind. Die Gestaltung der Friedensordnung und der Zukunft des Landes müsse dabei in erster Linie in jemenitischer Verantwortung liegen. Zivilgesellschaftliche Aktivitäten seien zugleich als Ergänzung und Unterstützung des von den Vereinten Nationen geführten Friedensprozesses sowie der Bemühungen internationaler Partner zu verstehen.
Erörtert wurden darüber hinaus konkrete Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen der Initiative und der EU-Delegation. Dazu gehören die Förderung eines innerjemenitischen Dialogs, der fachliche Austausch und die gemeinsame Entwicklung von Analysen und politischen Handlungsempfehlungen zu Frieden und Entwicklung im Jemen.
Ein weiterer Punkt war die Weiterverfolgung der Ergebnisse der Internationalen Konferenz für Frieden und Entwicklung im Jemen, die im April 2026 in Salzburg stattfand. Im Fokus standen insbesondere die dort behandelten Themen nationale Versöhnung, Vertrauensbildung und wirtschaftlicher Wiederaufbau.
Die Initiative unterstrich, dass Friedensbemühungen nicht allein auf der Ebene offizieller politischer Verhandlungen stattfinden dürften. Für eine tragfähige Lösung brauche es vielmehr die aktive Beteiligung lokaler Gemeinschaften, zivilgesellschaftlicher Initiativen, junger Menschen und Frauen.
Die Vertreter der Europäischen Union betonten ihrerseits die Bedeutung eines kontinuierlichen Austauschs mit jemenitischen Akteuren und bekräftigten ihre Unterstützung für Bemühungen, die zu Frieden und Stabilität im Jemen beitragen.
Zum Abschluss vereinbarten beide Seiten, den Dialog fortzusetzen und konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.
Jemenitische Initiative für Frieden und Entwicklung
Vom Dialog zum Handeln – vom Frieden zur Entwicklung.


